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AlphaBay GeschlossenAlphaBay war wohl einer der größten Darknet-Märkte, den es bis jetzt gegeben hat. Im Dezember 2013 ging die Seite erstmals online und konnte sich bis zum 4. Juli 2017 nicht nur halten, sondern spätestens nach der Abschaltung des Konkurrenzmarktes Agora im August 2015 zum Marktführer im Bereich des Darknet-Handels etablieren. Neben Drogen, verschreibungspflichtigen Medikamenten und Waffen wurden auch Betrugsgüter gehandelt.

Über das Tor-Netzwerk betrieben, akzeptierte AlphaBay nicht nur selbst die Kryptowährungen Bitcoin und Monero, sondern ließ sich auch selbst seit April 2016 als Plattform für Coin-Mixer (ein Dienst zur Anonymisierung von Kryptowährungs-Transaktionen) nutzen. AlphaBay wurde zusammen mit anderen Darknet-Märkten im Zuge der Operation Bayonet in einer konzentrierten, internationalen Operation abgeschaltet.

Ermittlungen bei Alphabay

Weltweit sollen mehr als 200.000 Kunden von rund 40.000 Darknet-Händlern über Alphabay versorgt worden sein. Hunderttausende Dollar sollen jeden Tag auf der Plattform umgesetzt worden sein.

An der Operation gegen AlphaBay waren Polizeieinheiten aus Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Litauen, Thailand und anderen Ländern beteiligt. Der Direktor der Behörde Europol Wainwright bezeichnete den Vorgang als „einer der größten und ausgefeiltesten Ermittlungen im Bereich Cybercrime in der Kriminalgeschichte“. Dem jahrelang gesuchten Gründer von Alphabay, ein 26-jähriger Kanadier, wurde wohl seine Fahrlässigkeit zum Verhängnis.

Leichtfertiger Umgang mit eigenen Daten im Darknet bei Alphabay Betreiber

Seine E-Mail („imp_alex_91@hotmail.com“) bei einem kostenlosen E-Mail Anbieter enthielt neben seinem Vornamen auch noch sein Geburtsjahr. Die E-Mailadresse nutzte er auch für sein Paypal- und sein Bankkonto, das auf seinen richtigen Namen lief. Außerdem soll er zudem die selben Passwörter für mehrere Dienste genutzt haben.

Die thailändische Polizei konnte nicht nur den Hauptbeschuldigten und seine Frau festnehmen, sondern auch sein Vermögen in Höhe rund 18 Millionen Dollar sicherstellen. Kurz nach seiner Verhaftung nahm sich der Mann in seiner Zelle das Leben.

Ermittlungen boten Rückschlüsse auf Hansa Market

Eine Besonderheit bei den Ermittlungen: Nach der Schließung von AlphaBay überwachten die Ermittler, ob illegale Angebote auf den Konkurrenzmarkt Hansa Market übertragen wurden. Erst nach weiteren Wochen der Überwachung und Auswertung wurde auch Hansa Market geschlossen.

Laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt wurden dabei auch zwei Deutsche festgenommen. Es soll sich dabei um einen 31-Jährigen aus Köln und einen 30-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein handeln. Beide kamen am 21. Juni in Untersuchungshaft.

Folgen für die Kunden und Händler von AlphaBay

„Die Nutzernamen und Passwörter von Tausenden von Käufern und Verkäufern wurden identifiziert und sind Gegenstand von weiteren Untersuchungen von Europol und unseren Partnern“, so Rob Wainwright, der Direktor von Europol im Interview mit der englischen Zeitung „The Guardian“.

Alphabay Vorladung auch für deutsche Kunden

Es ist dabei zu erwarten, dass auch in Deutschland noch einige ehemalige Kunden der beiden Märkte Post in Form einer polizeilichen Vorladung von den Ermittlungsbehörden bekommen werden. Betroffene einer AlphaBay Vorladung sollten bei dem ersten Brief der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft einen Anwalt kontaktieren, der den Vernehmungstermin absagen und Einsicht in die polizeilichen Ermittlungsakten nehmen kann. Erst mit dem Vorliegen der Akte ist es möglich, in dem individuellen Fall die richtige Verteidigungsstrategie zu wählen und eine anwaltliche Beratung vorzunehmen.

Mehr Informationen

AlphaBay bei Wikipedia

Der Fall AlphaBay – Darknet-Drogenhandel mit 200.000 Kunden Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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