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„Wir kennen alle Tricks“, versprach der Versandhandel Chemical Love, der sich nach der Abschaltung von „Shiny Flakes“ schnell als führender deutscher Drogenmarkt im Internet etablierte.

Mit einer professionellen Aufmachung der Versandseite – inklusive eigenem Image-Film – und Versprechungen wie „Höchste Qualität, diskrete Verpackung, günstige Preise“ gelang es den Betreibern, bis zur Festnahme etwa 3,5 Millionen Euro umzusetzen. Beworben wurde das Angebot über ein entsprechendes Forum im Darknet mit bis zu 60.000 Mitgliedern.

Chemical Love – Aufbau und Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft

Chemical Love„Chemical Love“ orientierte sich (wie nahezu alle derartigen Seiten) an dem Aufbau von „Silk Road“. Verschiedene Adressen über ausländische Server (.cc, .to, für das Darknet .onion), Bezahlung in Bitcoins und ähnliche Maßnahmen, die inzwischen zum Grundsortiment des Darknet-Handels gehören.

Wie sind die Drogenhändler im Darknet erwischt worden?

Die Behörden sollen, wie so oft, nicht mittels technischer Dienste den Betreibern auf die Spur gekommen sein, sondern über „klassische“ Ermittlungsarbeit, wie Testkäufen und den Rückverfolgungen der Poststempel bzw. der Trackingnummer. Dennoch kamen auch hier technische Ermittlungen wie Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), Funkzellenabfragen, GPS-Tracker, Datenforensik und Hacker-Software zum Einsatz.

Die Chemical Love Hausdurchsuchung und Verurteilung

Bei der Durchsuchung wurden rund 55 Kilo Amphetamine, 25.000 XTC-Pillen, 1,3 Kilo Kokain und 4 Kilo Heroin und weitere Betäubungsmittel gefunden. Laut der Staatsanwaltschaft soll das meiste eine „sehr gute Qualität“ haben. Außergewöhnlich ist, dass nicht nur ein Darknet-Markt betrieben wurde, sondern „Chemical Love“ auch über das Clearnet, also das normale Internet, zu erreichen gewesen war.

Noch außergewöhnlicher: Bei der Durchsuchung konnte eine große Anzahl an Bestelldaten auf ausgedrucktem Papier gefunden werden. Auch die verhängten Strafen im Urteil waren besonders hoch: 14 Jahre und zehn Monate Haft und eine Strafzahlung von zehn Millionen Euro für den Hauptangeklagten sowie sieben Jahre und drei Monate für die Nebenangeklagten.

Folgen für die Kunden von Chemical Love – Polizei Vorladung als Beschuldigter erhalten?

Klar ist, dass sich die Kunden von Chemical Love durch die Bestellung der dort angebotenen Betäubungsmittel strafbar gemacht haben. Die Folgen für den Kunden sind im jeweiligen Fall jedoch nur schwer abschätzbar, da zu viele Variablen eine Rolle spielen können. So etwa die Frage, welche Menge an Drogen bestellt wurde, ob damit weiter gehandelt wurde, ob der Angeklagte bereits Vorstrafen hat und viele weitere Faktoren.

Auch ist nicht absehbar, ob das Auftauchen in den gefundenen Kundendaten ausreichend ist oder welche Beweise die Ermittlungsbehörden noch erzielen konnten.

Ein Anwalt kann bei einer Vorladung wegen Verstoßes gegen das BtMG im Internet helfen

Betroffene sollten bei dem ersten Brief der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft (in der Regel eine Vorladung als Beschuldigter) einen Anwalt kontaktieren, der den Vernehmungstermin absagen und Einsicht in die polizeilichen Ermittlungsakten nehmen kann. Erst mit dem Vorliegen der Akte ist es möglich, in dem individuellen Fall die richtige Verteidigungsstrategie zu wählen und eine anwaltliche Beratung vorzunehmen.

Chemical Love Zuletzt aktualisiert: 08.06.2018 von Darknet-Anwalt
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