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Darknet-Drogen in NintendospielenDer Drogenhandel im Allgemeinen und der im Darknet treibt bisweilen kuriose Blüten. So schaffte es ein Fall aus den Niederlanden nicht nur in die Lokalpresse, sondern auch in diverse Spielemagazine. Mittels einer ganzen Batterie von 3D-Druckern fälschten laut De Telegraaf (via Kotaku) drei Männer und eine Frau Nintendo-Spielekassetten und Tinten-Patronen für Drucker, welche sie wiederum als Behältnis für Drogen wie Kokain, MDMA und LSD nutzten. Die drogenbeladenen Kassetten gingen anschließend bis nach Singapur, Australien und Neuseeland. Die drei Männer wurden in einer Wohnung in Amsterdam aufgegriffen, die Frau in einem grossen Schuppen in Werkendam. Anscheinend sind solche Spielekassetten bei Schmugglern recht beliebt, so fand die mexikanische Polizei im November vergangenen Jahres 70 lebende Spinnen in solchen Spielen.

Aufgeflogen durch den Darknet-Markt Hansa

Aufgeflogen ist die Drogenbande wohl durch die Observierung des Darknet-Marktes Hansa. Über diesen Fall – einen der größten des Darknetbereichs – hatte ich bereits hier einen Blogeintrag veröffentlicht. Die Polizei ließ den bereits infiltrierten Darknet-Markt Hansa weiterlaufen, um an die Namen und Adressen der Käufer und Dealer zu gelangen und entsprechende Ermittlungen beginnen zu können. Diese Daten sollen nun auch der besagten Gruppe zum Verhängnis geworden sein. Bereits damals war zu vermuten, dass durch die infolge der Operation sichergestellten Daten damit zu rechnen ist, dass eine große Zahl an Strafverfahren zu eröffnen möglich sein werde.

In erster Welle gehen die Ermittlungsbehörden gegen Darknet-Händler und Großkunden wie diese Gruppe vor, die gewöhnlichen Konsumenten haben für gewöhnlich erst in zweiter Welle mit Strafverfahren zu rechnen. Es ist den Behörden offensichtlich gelungen, die abgezapften Daten ermittlungsrelevant zu verarbeiten. Somit haben auch Kunden außerhalb der Niederlande langfristig mit Verfahren zu rechnen. Da die rechtliche Lage in den Niederlanden, die die Infiltrierung des Hansa-Marktes oder ähnlicher Absatzmärkte ermöglichte, eine gänzlich andere als in der Bundesrepublik Deutschland ist, sollten Betroffene unbedingt einen mit dem Fall vertrauten Strafverteidiger zu Rate ziehen.

 

Darknet-Drogen in gefälschten Nintendo-Spielen Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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