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Deutschland im Deep Web„Die Plattform und der kriminelle Inhalt wurden beschlagnahmt.“ Diese Meldung erschien jedem, der ab dem 9. Juni 2017 versuchte, die URL des größten deutschsprachigen Darknet-Forums „Deutschland im Deep Web“ aufzurufen.

Die Meldung stammt vom Bundeskriminalamt, das an diesem Tag den Betreiber (einen 30-jährigen Mann aus dem Raum Karlsruhe) festgenommen hat. Ihm wird von der Frankfurter Staatsanwaltschaft Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Waffen und Drogen vorgeworfen, der Festnahme sollen monatelange Ermittlungen und der Einsatz verdeckter Ermittler vorausgegangen sein.

Was „Deutschland im Deep Web“ von anderen Märkten unterscheidet

Im Gegensatz zu den üblichen Darknet-Märkten war „Deutschland im Deep Web“ nicht nur eine Verkaufsplattform. Es war viel mehr ein großes Forum, wo sich neben politischen und gesellschaftlichen Themen auch Verschwörungstheorien finden ließen.

Neben diesen teils obskuren, aber meist nicht strafrechtlich relevanten Inhalten fanden sich aber eben auch Unterforen für Waffenhandel („Spackentreff“), Drogenverkauf und den Handel mit Kreditkartendaten und illegalen Ausweisen.

Kein Handelsvorwurf gegen Betreiber von Deutschland im Deep Web

Dem Betreiber des Forums selbst wird, ebenfalls ungewöhnlich, kein eigener Handel vorgeworfen. Da er aber nicht nur die Untersektionen für illegale Geschäfte bereit stellte, sondern auch entsprechend kommentierte (etwa „Fraud und Betrug erwünscht“ bei der Kreditkartensektion), ist die Staatsanwaltschaft zuversichtlich, ihn wegen Beihilfe verurteilen zu können.

Neben dem Computer konnten auch weitere Datenträger und auch der Server, sowie geringe Mittel Betäubungsmittel, beschlagnahmt werden. Besondere Aufmerksamkeit erregte das Forum durch den Münchener Amokläufer, der seine Waffe über das Forum kaufte.

Auswirkungen der Ermittlungen

Der Prozess wird für weitere Darknet-Märkte Fälle mutmaßlich richtungsweisend sein. Sollte der Betreiber wegen Beihilfe zu den über sein Forum abgewickelten illegalen Geschäfte verurteilt werden, wird es künftig für Betreiber schwierig, sich von den illegalen Geschäften, die im Darknet oder im Deep Web auf ihren Seiten betrieben werden, zu distanzieren. Von Folgen für die rund 20.000 Nutzer des Forums ist bislang nichts bekannt, es ist allerdings möglich, dass dies noch folgen wird.

Schnelle Hilfe für Betroffene einer Vorladung

Betroffene sollten bei dem ersten Brief der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft einen Anwalt kontaktieren, der den Vernehmungstermin absagen und Einsicht in die polizeilichen Ermittlungsakten nehmen kann. Erst mit dem Vorliegen der Akte ist es möglich, in dem individuellen Fall die richtige Verteidigungsstrategie zu wählen und eine anwaltliche Beratung vorzunehmen.

 

Deutschland im Deep Web Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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