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Fast 5 Jahre Haft für Darknet-Drogenhändler

Zu vier Jahren und neun Monaten Haft wurde ein 24-Jähriger vom Landgericht Münster wegen Beihilfe zu, Betäubungsmittel-Handel über das Darknet verurteilt. Er war Teil einer größeren Bande von Drogenhändler, die höchst professionell einen Drogenhandel im Darknet betrieb.

Seit 2015 führte die Gruppe große Mengen an Drogen, darunter Ecstasy, LSD, MDMA-Kristalle, Amphetamin, Cannabis und Kokain, manchmal auch Heroin und Crack aus den nahen Niederlanden nach Deutschland ein und verkaufte diese über das Darknet. Die relativ milde Strafe erreichte der Angeklagte durch sein Geständnis und seine Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. Er selbst war nur als Gehilfe für das Verpacken und den Versand zuständig, die Köpfe der Bande sind noch flüchtig.

Drogenmengen in „Discounter“ Größe

5 Jahre Haft für DrogenhändlerDer Fall ist von seinen Ausmaßen sicherlich einer der größten der bisherigen deutschen Darknet-Fälle. Für bis zu 1000 Euro kaufte der Angeklagte wöchentlich Versandtaschen, Luftpolsterfolie, Vakuumierungsverpackungen und DVD-Hüllen zur Tarnung und verschickte am Ende bis zu 60-70 Briefe täglich aus wechselnden Wohnungen, welche als Drogenversteck dienten, in Greven, Reckenfeld und Norwalde. 16 bis 20 Kilogramm Drogen verschickte die Gruppe auf diese Weise.

In ihrer Vorgehensweise arbeitete die Bande sehr professionell, neben der Nutzung des Darknets sollten sogenannte „Iron-Phones“ die Kommunikation verschleiern. Ganzkörperschutzanzüge, Haarnetze, Einmalhandschuhe und Mundschutz sollten DNA-Spuren vermeiden. Der Staatsanwalt verglich die Größe und das Vorgehen des Versandhandels mit einem Discounter, die üblichen Ausmaße solcher Darknet-Verkäufer würden dagegen eher einem Tante-Emma-Laden gleichen.

Trotz Flucht Verurteilung

Letztendlich kam die Polizei der Gruppe dennoch auf die Schliche. Die Ermittler konnten mehrfach ein weibliches Bandenmitglied beobachten, wie sie dutzende identische Briefe in verschiedene Briefkästen in Greven und Umgebung einwarf. Schließlich erfolgte dann der Zugriff bei der Einfuhr aus den Niederlanden.

Zunächst flüchtete der nun Verurteilte mit mehreren anderen Bandenmitgliedern in die Niederlande, wo er mehrere Wohnungen mittels eines gefälschten Ausweises anmietete. Nach einem Streit unter den Fliehenden kehrte er nach Deutschland zurück und stellte sich der Polizei. Im März folgte nun die Verurteilung.

Drogenhändlerring ausgehoben Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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