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Am Donnerstag den 07.03.2019 wurden die vier Drahtzieher der im darknet betriebenen Kinderpornoplattform „Elysium“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern stammenden Angeklagten im Alter zwischen 40 bis 62 Jahren wurden wegen Besitz und bandenmäßiger Verbreitung von Kinderpornografie für schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde auch noch zusätzlich wegen schweren Kindesmissbrauchs verurteilt.

Bei der im darknet betriebenen Plattform handelte es sich um eine der größten Tauschbörsen weltweit und der ersten von Deutschen betriebenen die von den Ermittlern enttarnt werden konnte. Die Plattform zum Tausch von kinderpornografischen Material war von Dezember 2016 bis Juni 2017 online.

Das Limburger Landgericht verhängte hohe Haftstrafen für die Betreiber des Kinderpornografie Portals „Elysium“

Es wurde vom Gericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten und neun Jahren und neun Monaten, sowie eine zusätzliche Sicherheitsverwahrung gegen einen der Angeklagten, wegen Kinderpornografie gegen die „Elysium“ Drahtzieher verhängt. Das Urteil des Landgerichts Limburg ging zum großen Teil über das geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft hinaus.

Der 41 Jahre alte Limburger Frank M. bekam eine Strafe von acht Jahren. Bei Frank M. wurde in seiner ehemaligen Werkstatt der Server gefunden.

Joachim P. aus Schwaben wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der 59 jährige Joachim P. war in erster Linie für die Programmierung der Webseite verantwortlich.

Bernd M. aus der Nähe von Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg wurde zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der 57 jährige war für die Moderation und den Kommunikationsaustausch im Chat verantwortlich.

Uwe-Michael G. aus Landsberg am Lech wurde wegen schweren Kindermissbrauchs zu neun Jahren und neun Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der 63 jährige verabredete sich mit einem weiteren Täter aus Wien, gegen den noch gesondert wegen Kindermissbrauchs ermittelt wird, und missbrauchte den Sohn und die Tochter im Alter von vier bis sechs und machte Aufnahmen von der Tat um diese auf der Plattform hochzuladen und diese Filme zum Kauf anzubieten.

Über 80000 aktive Nutzer der Plattform für Kinderpornos im Darknet

Urteil zur Kinderpornoplattform ElysiumLaut BKA und der hessischen Zentralstelle für Internetkriminalität, die für die Abschaltung der Plattform im Juni 2017 zuständig waren, hatte diese Plattform für Kinderpornografie ca. 112.000 Nutzerkonten. Die Ermittler gingen von 80.000 aktiven Nutzern, nach Abzug von Mehrfach-Accounts, aus.

Die Angeklagten nutzten als einzige Schutzmaßnahme vor der Entdeckung ihrer Plattform nur das von der Außenwelt abgeschottete Darknet. Auch der deutsche Standort des Servers hielten die Ermittler für außergewöhnlich. Durch einen Programmierfehler von Frank M. konnte die Plattform letztendlich enttarnt werden. Genauere bzw. detailliertere Informationen wie es letztendlich zur Festnahme der vier Angeklagten Frank M., Joachim P., Bernd M. und Uwe Michael G. kam machten die Ermittler nicht.

In dem sieben Monate dauernden Verfahren waren die Angeklagten teilweise geständig. Auf ihren PC´s wurde eine Vielzahl von kinderpornografischen Materials gefunden mit teils schwersten Missbrauchsaufnahmen. Der Prozess zeigte auch auf, wie schnell und umfangreich man kinderpornografisches Material im Darknet hochladen kann. Hierzu stellten die Angeklagten für alle sexuellen Vorlieben von Pädophilen auf der Plattform für Kinderpornografie in den jeweiligen Kategorien zum download zur Verfügung.

Ein weiterer Zeuge im Fall „Elysium“ war Christian L. der als Haupttäter in dem Missbrauchsfall in Staufen bereits im Vorjahr verurteilt wurde. Christian L. hatte seit mehreren Jahren den Sohn seiner Lebensabschnittsgefährtin missbraucht und ihn auch den Angeklagten im Fall „Elysium“ angeboten. Frank M. Hatte daraufhin eine Reihe von Bildern des Buben in aufreizenden Posen bestellt und auf die Plattform gestellt.

Anwalt einschalten!

Betroffene sollten auf jeden Fall unverzüglich einen Anwalt hinzuziehen um eine rechtliche Beratung zu erhalten und evtl. erste Schritte einer prozessrechtlichen Strategie zu erörtern. Hierzu sollte der konsultierte Fachanwalt sowohl über spezielle Kenntnisse im strafrechtlichen Bereich als auch über die technischen Voraussetzungen im Zusammenhang mit der Thematik des Darknets verfügen.

Herr Rechtsanwalt Dr. Matthias Brauer LLM. steht ihnen hierzu jederzeit zur Verfügung, wenn es darum geht die bestmögliche Ausgangsposition für ihren kommenden Prozess zu schaffen.

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„Elysium“-Urteil am Limburger Landgericht Zuletzt aktualisiert: 12.03.2019 von Darknet Anwalt
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