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Das Darknet gilt als Umschlagplatz für Waffen, Drogen und Schadsoftware, aber auch als lebenswichtiges Instrument für Regimekritiker, Whistleblower und Journalisten. Jahrelang schienen die Ermittlungsbehörden dem Darknet und dort begangener Verbrechen ratlos gegenübergestanden zu haben, insbesondere unter Libertären und Anarchisten grassierten bereits Träume eines unregulierten Marktes und fehlender staatlicher Aufsicht.

„Das Darknet ist ein virtuelles, libertär-anarchistisches Utopia, dass – nach Konkin III. – als große “Gegenwirtschaft” begriffen werden kann und sich größtenteils an den Regeln des freien Marktes und des Voluntarismus orientiert“

, schrieb beispielsweise ein Nutzer auf der Internetseite steemit.com

Nicht technische Lücken des Darknets, sondern die klassische Ermittlungsarbeit steht nach wie vor im Fokus

Ermittlungen im Darknet immer zielgerichteterMittlerweile haben sich diese Träume durch zahlreiche Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Gefängnisstrafen für Kriminelle im Darknet wieder zerschlagen. In Deutschland wurde dafür die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt gebildet.

Diese hatte u. a. die Ermittlungen zu dem Amoklauf in München am Olympia Einkaufszentrum geführt, da der Täter sich die Waffe im Darknet beschafft hat. Wie auch in anderen Fällen spielte auch bei diesem Verfahren verdeckte Ermittler eine entscheidende Rolle.

Keine IT-Experten für Ermittlungserfolge benötigt

Diese führen z. B. Scheingeschäfte durch, über die dann die Spur zum Verkäufer ermittelt werden soll. Meist ist weiterhin die „klassische“ Ermittlungsarbeit diejenige, die zum Erfolg der Ermittlungsbehörden führen. Weniger sind es technische Fehler oder das Knacken von Anonymisierungs- oder Verschlüsselungssoftwaren, die die Kriminellen überführen, sondern Fehler im „echten Leben“, etwa Fingerabdrücke bei den Postsendungen.

Selbst die Experten der National Security Agency (NSA) schaffen es laut eigener Aussage bisher nicht, den Tor-Browser zu knacken. Zusätzlich hat sich bei den Ermittlungsbehörden mittlerweile sicherlich eine gewisse Routine eingestellt, da das Vorgehen der meisten Drogen- und Waffenversände im Darknet stets gleich sind: Nutzung des Tor-Browsers, Zahlung über Bitcoin, Versendung der Ware über Poststationen mit falschen Adressen.

Behörden bezeichnen Erfolge in Darknet-Ermittlungen als „durchwachsen“

Die Staatsanwaltschaft der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt bezeichnet ihre Erfolge dennoch selbst nur als „durchwachsen“. Und das, obwohl das Personal nicht unerheblich aufgestockt und Gelder zur Verfügung gestellt wurden und zumindest das Bundeskriminalamt auch mit Spezialistenfirmen des freien Marktes zusammenarbeitet.

Dazu kommt noch die zunehmende internationale Kooperation, wie etwa bei der „Operation Bayonet“, die zur Schließung der Darknet-Märkte Alphabay und Hansa führte. Mittlerweile sind nahezu alle großen und bekannten Märkte des Darknet geschlossen, entweder durch die Exekutivorgane, oder von den Betreibern selber, die einer Verhaftung zuvorkommen wollen.

Immer mehr Nachfolger bei Darknet Shops

Dennoch tauchen immer neue Nachfolger auf, auch wenn sich die Meisten nur recht kurz halten könne. Wie die zukünftigen Entwicklungen aussehen werden, bleibt abzuwarten, das „Wettrüsten“ zwischen Kriminellen und Ermittlern wird aber sicherlich auch in Zukunft noch im Darknet zunehmen.

 

Ermittlungen im Darknet machen Fortschritte Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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