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Die Operation Bayonet war im Jahre 2017 einer der größten Schläge gegen Kriminalität im Darknet.

Zwei wichtige Strafverfolgungsoperationen, die vom FBI, der US – amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) und der niederländischen Nationalpolizei mit Unterstützung von Europol geleitet werden, haben die Infrastruktur einer illegalen kriminellen Wirtschaft, die für die Handel mit über 350 000 illegalen Waren einschließlich Drogen, Feuerwaffen und Cybercrime-Malware verantwortlich war, abgeschaltet.

Die koordinierten Strafverfolgungsmaßnahmen in Europa und den USA zählen zu den bisher ausgefeiltesten Maßnahmen zur Bekämpfung von Straftaten im Internet.

So begann die Pressemitteilung des Europäischen Polizeiamtes über die multinationale verdeckte Operation „Bayonet“.

In dieser wurden die Darknet-Märkte Alphabay und Hansa im Juni/Juli 2017 geschlossen und deren Infrastruktur beschlagnahmt. Neben diesen beiden großen Märkten kam es auch noch zur Abschaltung mehrere anderer u. a. in Thailand, den USA, den Niederlanden und Kanada.

Internationale Ermittlungen gegen Darknet-Märkte

Im Rahmen der Ermittlungen konnte nicht nur der mutmaßliche Gründer der AlphaBay festgenommen werden. Es konnten auch rund 10.000 Adressen von Käufern des Hansa-Market außerhalb der Niederlande sichergestellt werden.

Zuerst schalteten die Behörden AlphaBay ab, den damaligen Marktführer, um Kunden und Händler auf den bereits infiltrierten Markt Hansa zu locken. Dort ließ die Polizei Verkäufe und Käufe weiterhin zu. Bis zu 8.000 pro Tag, um Beweise für zukünftige Verurteilungen zu erlangen. Eine Vorgehensweise, die in Deutschland rechtlich undenkbar wäre, in den Niederlanden aber legal ist.

Dort gibt es mittlerweile auch eigene Darknet-Einheiten der Polizei.

Ermittlungserfolge durch technische Eingriffe der Behörden

Operation BayonetLaut eigener Angabe konnte sie durch eine Modifikation des Quellcodes an Passwörter, verschlüsselte Nachrichten, Bitcoins, IP-Adressen und weitere nicht näher konkretisierte Informationen gelangen. Zudem sollen Querverbindungen zu Verkäufer-Accounts auf anderen Darknet-Märkten möglich gewesen sein.

Seit der Schließung der Seite erscheint unter ihrer Adresse eine „seizure notice“ („Ergreifungsnachricht“) mit einem Link zur Seite der niederländischen Polizei im Darknet.

Diese bietet den Nutzern mehr Informationen über die Operation. In Folge der Operation soll es laut Europol zu hunderten neuen Ermittlungen gekommen sein.

Bessere Einstellung auf Ermittlungen im Darknet

Die Operation Bayonet stellte gewissermaßen eine Kehrtwende in dem Bereich Darknet-Kriminalität dar. Waren die Behörden die ersten Jahre noch mit dem damals neuen Phänomen insbesondere technisch überfordert, haben sie nun Mittel und Wege zur Bekämpfung gefunden.

„Ja, wir sind zunehmend besser auf Ermittlungen im Darknet eingestellt. Gerade Plattformen, die viel mit Verschlüsselung arbeiten, hätten wir vor drei Jahren nicht abschalten können“, erklärte Andreas Ungefuk, der letende Staatsanwalt der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und verantwortlich für die Ermittlungen gegen Hansa in Deutschland, etwa in einem Interview mit dem „Vice Magazin“.

Kooperation mit privaten IT-Unternehmen

Auch private Technik-Firmen sollen den Ermittlungsbehörden zur Seite gestanden haben. Hierzulande ermitteln neben BKA-Experten mittlerweile spezielle Staatsanwaltschaften im Bereich Internetkriminalität. Diese sollen mittlerweile personell „massiv aufgestockt“ worden sein.

Der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Exekutiven über Europol kommt dabei eine bedeutende Rolle zu und wird, voraussichtlich, in Zukunft noch intensiver werden.

Eine Reihe von Strafverfahren ist wahrscheinlich – Vorladung erhalten?

Auf Grund der durch Operation Bayonet sichergestellten Daten ist damit zu rechnen, dass es in der Folge zu einer großen Zahl an Strafverfahren kommen wird. Hierbei gehen die Ermittlungsbehörden regelmäßig derart vor, dass zunächst die Verfahren gegen die Darknet-Händler in priorisierter Weise betrieben werden.

Ermittlungen und Vorladungen bei Kunden von Hansa Market und Alphabay

In einer zweiten Welle haben dann die Darknet-Kunden mit einem Strafverfahren zu rechnen. Bis diese zweite Verfahrenswelle in Gang kommt, können mitunter Monate oder sogar Jahre vergehen.

Sollten Sie wegen einer Straftat auf dem Hansa-Market oder Alphabay beschuldigt sein, ist es in jedem Falle ratsam, sich eines Strafverteidigers zu bedienen.

Links

Operation Bayonet bei Wikipedia

Vorladung erhsalten? – Jetzt Kontakt zum Darknet Anwalt aufnehmen

 

Operation Bayonet – Angriff auf die Darknet-Märkte Hansa und Alphabay Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von Darknet-Anwalt
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