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Das BKA konnte zusammen mit dem FBI den weltweit zweitgrößten Marktplatz im Darknet einen Schlag versetzen. Die Betreiber dieses Marktplatzes sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Auf dieser illegalen Online Plattform mit dem Namen „Wallstreet Market“ gab es Drogen, falsche Pässe und Ausweise, gefälschte bzw. gehackte Kreditkartendaten, Schadsoftware oder aber auch gestohlene elektronische Identitäten. Die Internetseite war Teil des verborgenen Teils des Internets, das sog. Darknet. Hier wickeln meist Kriminelle ihre illegalen Aktivitäten ab, die schwer von der Polizei nachzuweisen sind.

Ermittlungen von verschiedenen Behörden

Bei den sehr anspruchsvollen und personalintensiven Ermittlungen gegen die Plattform waren Ermittler von der Staatsanwaltschaft für Internetkriminalität (ZIT) aus Gießen in Zusammenarbeit mit dem BKA, der US-amerikanischen Bundespolizei FBI, den niederländischen Behörden sowie die europäische Polizeibehörde Europol beteiligt. Die Ermittler hatten die Beschuldigten seit März im Visier. Als die Verdächtigen den Marktplatz in den Wartungsmodus setzten und sich die hinterlegten Provisionen an sich transferierten, haben die Ermittler zugeschlagen.

Der Darknet Marktplatz wurde von drei Männern aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen betrieben und eine prozentuale Beteiligung von den Verkäufen erhielten. Ein

31-jähriger aus Bad Vilbel bei Frankfurt am Main, ein 22-jähriger aus Kleve sowie ein 29-jähriger aus Esslingen am Neckar sind bereits verhaftet worden. Die Kunden des Marktplatzes kamen in erster Linie aus den USA. In Los Angeles wurde bereits zwei Verdächtige, die als umsatzstärkste Anbieter auf der Plattform galten, festgenommen. Diese sollen mit extrem gefährlichen Drogen laut US- Vertreter gehandelt haben. In den Wohnungen der zwei Verdächtigen wurden Drogen, Waffen sowie Bargeld in Millionenhöhe sichergestellt.

Wallstreet Market – Betreiber aus Deutschland, Server in den Niederlanden

Die Server für die illegalen Aktivitäten der drei deutschen Betreiber standen in den Niederlanden, Deutschland und Rumänien. Bei den gehandelten Waren handelt es sich in 60 bis 70 Prozent der Fälle um Rauschmittel. Die Plattform soll mehr als 40 Millionen Euro Umsatz gemacht haben. Die Betreiber des illegalen Marktplatzes sollen ungefähr eine Millionen Euro an Provisionen erhalten haben. Der Verkauf wurde hochprofessionell durchgeführt. Es wurden Ecstasy Pillen und Kokain nach Reinheitsgrad und Abnahmemengen mit gestaffelten Preisen angeboten. Kurz bevor der illegale Internethandel aufflog, waren 63.000 Verkaufsangebote eingestellt. Die Plattform hatte über eine Million Kundenkonten und es waren 5.400 Verkäufer angemeldet. Laut BKA hatten die drei deutschen eine Provision zwischen zwei bis sechs Prozent für den Vertrieb der illegalen Waren erhalten. So wurden bei den Durchsuchungen 550.000,- Euro in bar, Luxusfahrzeuge sowie Kryptowährung in sechsstelliger Höhe gefunden. Bei dem jüngsten Beteiligten aus Kleve wurde auch eine Schusswaffe sichergestellt.

Der Nutzer bezahlte die Einkäufe vor allem mit Kryptowährung bzw. Bitcoins. Hier handelt es sich um eine virtuelle, digitale und scheinbar anonyme Währung. Diese Währung wird auf Computern erzeugt und kann dann im Internet für reale Währungen wie beispielsweise Euro oder Dollar gekauft werden.

Die drei Administratoren der illegalen Internet Plattform erwarten relativ geringe Strafen, da für diese Art der Kriminalität noch kein Straftatbestand existiert. Die Justiz muss sich mit einem Sonderstraftatbestand behelfen. Die Beschuldigten werden der Beihilfe zum Betäubungsmittelgesetz angeklagt. Man mutmaßt auch, dass die Angeklagten nicht mit Waffen handelten, da die Strafverfolgung und das daraus resultierende Strafmaß beim Waffenhandel deutlich höher ist als beim Handel mit Drogen. Laut Generalstaatsanwaltschaft liegt der Strafrahmen zwischen 1 bis 15 Jahren Gefängnis. Der BKA Präsident Holger Münch forderte von der Politik, für diese Form der Kriminalität einen eigenen Straftatbestand und somit eine klare gesetzliche Regelung zu schaffen.

Bei Ermittlungsverfahren – Anwalt kontaktieren!

Sollten Sie bei Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Wallstreet Market betroffen sein, so kontaktieren Sie mich als Ihren Darknet Anwalt für schnelle und kompetente Hilfe!

 

Wallstreet Market – Schlag gegen illegalen Darknet Markplatz Zuletzt aktualisiert: 06.05.2019 von Darknet Anwalt
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