Im Darknet und auf seinen Marktplätzen findet mittlerweile ein enormer Umsatz von Betäubungsmitteln bzw. Drogen statt, wobei eine Versendung in der Regel per Post erfolgt und immer wieder ein Darknet Paket abgefangen wird. Über Treuhandsysteme, Händlerbewertungen und weitere Mechanismen soll für den Darknet-Kunden und den Darknet-Händler eine betrugssichere Abwicklung der illegalen Drogengeschäfte ermöglich werden, da ein Rückgriff auf den zivilrechtlichen Weg nicht möglich ist.

Trotz solcher Vorkehrungen ist es nicht selten der Fall, dass eine Drogenbestellung aus dem Darknet trotz Bezahlung mit den dort üblichen Bitcoins oder anderen Kryptowährungen am Ende nicht beim Kunden ankommt.

Warum ist mein Darknet Paket nicht angekommen?

Darknet Paket abgefangenWenn eine Bestellung von Betäubungsmitteln aus dem Darknet trotz Bezahlung nicht ankommt, dann wird sich der Besteller fragen, warum seine Sendung nicht angekommen ist. Hierbei kommen mehrere Gründe in Betracht. Wenn der Käufer „Glück“ gehabt hat, dann war der Darknet-Händler „nur“ ein Betrüger und hat die Drogen niemals abgeschickt und lediglich das Geld bzw. die Bitcoins einbehalten.

Dies kommt in der Praxis gelegentlich vor und ist für den Darknet-Kunden sogar oftmals das geringere Übel. Ein umsatzorientierter Darknet-Händler kann sich solch ein Vorgehen jedoch in der Regel nicht erlauben, da auf den Darknet-Märkten ein Bewertungssystem existiert, so dass ein Betrug schnell dazu führen würde, dass weitere Kunden ausbleiben.

Darknet-Sendung von der Polizei abgefangen?

Ärgert sich der Darknet-Kunde, dass er bei einem Betrüger seine Bitcoins oder eine andere Krypto-Währung nicht wieder sehen wird, ist es in der Regel noch unerfreulicher, wenn eine Drogenlieferung durch die Polizei abgefangen wurde und deshalb nicht angekommen ist. In diesem Falle ist nicht nur das Geld weg, sondern es erwartet den Darknet-Besteller in jedem Falle auch noch die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens.

Häufig werden Sendungen auch im Rahmen von Ermittlungen gegen einen Darknet-Drogenhändler abgefangen, wobei sich das Netz der Ermittlungen bei einem postalischen Abfangen von Drogenbestellungen oft schon so eng zugezogen hat, dass auch der Darknet-Händler selbst kurz davor ist entdeckt zu werden, wobei den Ermittlungsbehörden dann bei einer Razzia beim Drogenhändler oft noch weitere Beweismittel über die Käufer in die Hände fallen.

Ist die Drogenbestellung einfach auf dem Postweg verloren gegangen?

Manchmal kommt es auch vor, dass eine Sendung auf dem Postweg nicht zugestellt werden kann, etwa weil der Postbote den passenden Briefkasten nicht gefunden hat. Hier wird die Sendung dann an den vermeintlichen Absender zurückgeschickt. Viele Händler im Darknet haben jedoch bei der Absenderadresse die Anschrift eines tatsächlichen existierenden Unternehmens angegeben, das mit der Betäubungsmittel-Lieferung jedoch nichts zu tun hat.

Immer wieder landen daher Betäubungsmittelrücksendungen bei einfachen Unternehmern oder Privatpersonen, welche die Postsendung dann regelmäßig der Polizei übergeben. Hier ist der Darknet-Händler dann zwar oft nicht ermittelbar, der Empfänger, also der Darknet-Kunde, hat jedoch auch hier wieder einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zu rechnen, da sein Name und seine Adresse ja auf dem Adressfeld stehen.

Was tun, wenn ein Darknet Paket abgefangen wurde?

Wenn man den Verdacht hat, dass eine Bestellung aus dem Darknet abgefangen wurde, dann droht die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens, wenn die Betäubungsmittelbestellung in die Hände der Polizei oder anderer Ermittlungsbehörden gelangt ist. Handelt es sich um eine Bestellung, die über einige Konsumeinheiten hinausgeht, droht dem Darknet-Besteller in der Regel sogar eine Hausdurchsuchung, da seitens der Staatsanwaltschaft auch der Verdacht besteht, dass die Bestellung zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln erfolgt ist.

Jedoch auch der einfache Endverbraucher von Betäubungsmitteln hat mit einem Strafverfahren zu rechnen. Bei ihm kann auch eine Hausdurchsuchung erfolgen, üblicher ist jedoch in der Regel eine polizeiliche Vorladung. Sicher ist er vor einer Hausdurchsuchung jedoch im keinem Falle.

Vorsicht, wenn die Darknet Bestellung nicht ankommt

Da der Besteller einer abhanden gekommenen Darknet-Drogenbestellung in der Regel nicht wissen kann, was mit seiner Sendung geschehen ist, sollte er sicherheitshalber davon ausgehen, dass die Sendung in die Hände der Polizei oder anderer Ermittlungsbehörden gelangt ist. Hier gilt es dann vorbereitet zu sein, wenn eine unangekündigte Hausdurchsuchung droht, bei der auf dem Computer des Beschuldigten und in seiner Wohnung Beweismittel für Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgefunden werden sollen.

Wann sollte ich wegen einer abgefangenen Bestellung aus dem Darknet einen Anwalt einschalten?

Wenn eine Sendung aus dem Darknet nicht angekommen ist, dann kann ein Rechtsanwalt über deren Verbleib natürlich auch keine Angaben machen. Hier sollte der Besteller lediglich auf eine Hausdurchsuchung vorbereitet sein.

Findet beim Darknet-Kunden eine Hausdurchsuchung statt, erhält er eine polizeiliche Vorladung oder erfährt er anderweitig, dass Ermittlungen gegen ihn im Gange sind, dann ist ab diesem Moment der Zeitpunkt gekommen, ab dem die Einschaltung eines Rechtsanwalts in jedem Falle sinnvoll ist, da hier ein Strafverfahren in Gang gekommen ist, welches sich in der Regel nicht „von selbst“ wieder erledigt.

Macht der Darknet-Kunde ohne anwaltliche Vertretung im Ermittlungsverfahren von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch, droht regelmäßig der Erlass eines Strafbefehls, also einer schriftlichen Verurteilung ohne Verhandlung. Gegen diesen Strafbefehl kann der Betroffene dann zwar Einspruch einlegen, dieser wird dann aber in einer gerichtlichen Hauptverhandlung verhandelt. Bei einer frühzeitigen Zuhilfenahme eines Strafverteidigers kann ein Verfahren jedoch oft bereits im Ermittlungsverfahren im Wege der Einstellung beendet werden, so dass ein Kontakt mit einem Richter und eine Verurteilung oftmals zu vermeiden sind.

 

Darknet Paket abgefangen? Zuletzt aktualisiert: 09.07.2018 von darknet_anwalt