Haben Sie eine Polizei Vorladung wegen Darknet erhalten? Dann gilt es erstmal Ruhe zu bewahren. Im 21. Jahrhundert braucht man nicht mehr fragwürdige Gegenden aufsuchen, um am Schwarzmarkt illegal an Drogen oder Waffen zu kommen. Es reicht beispielsweise ein Tor-Browser und die weiten des Darknet stehen einem zur Verfügung. Mittlerweile ist das Darknet ein Umschlagsplatz für alles, was der Staat nicht erlaubt. Ob Kinderpornos, Steroide, falsche Ausweisdokumente, Marihuana, Falschgeld oder Kokain: Angeboten wird alles, was Geld oder Bitcoins bringt und Händler wie Käufer bleiben weitestgehend anonym.

Die Ware wird schließlich nach der Geldübermittlung meist über den Postweg verschickt, was dann nicht mehr so anonym ist, wie im weltweiten „dunklen Netz“ mit verschlüsselter IP-Adresse. Spätestens hier kann es schließlich leicht dazu kommen, dass Ermittler auf den Besteller aufmerksam werden.

Polizei Vorladung wegen Darknet

Doch auch Fahnder treiben sich im Darknet umher, weswegen man auch dadurch leicht zur Zielscheibe von Polizei und Staatsanwaltschaft werden kann. Wenn nicht gleich ein konkreter Grund für eine Hausdurchsuchung gegeben ist, kommt es häufig zur Vorladung bei der Polizei. Die berechtigte Frage dabei ist:

Wie sind die Ermittler auf meine Darknet-Aktivitäten gekommen?

In der Praxis sind die Gründe, warum Ermittler auf Sie verdächtig geworden sind sehr unterschiedlich. Ein paar Beispiele, die immer wieder auftauchen, möchte ich trotzdem aufzählen:

  • beschlagnahmte Daten werden durchkämmt
  • die Ermittler benutzen Hacking-Methoden
  • ein aufgeflogener Darknet-Händler hat Kundendaten gespeichert
  • verdeckte Ermittler fungieren als Verkäufer
  • eine Postsendung wird abgefangen
  • Open Source-Informationen werden genutzt
  • Finanztransaktionen wurden kontrolliert
  • im persönlichen Umfeld ist ein Verräter

In der Regel haben die Ermittler also bereits etwas gegen Sie in der Hand, wenn es auch zunächst noch nicht viel ist. Die vorliegenden Beweismittel werden selbstverständlich von den Behörden beim Verhör nicht offen genannt und plötzlich ist es nicht mehr die Polizei, die bei Darknet-Kriminalität im „dunklen“ tappt, sondern Sie als Beschuldigter. Als Privatperson, auch wenn man direkt betroffen ist, kann man keine Akteneinsicht nehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ein Rechtsanwalt kann dies im Gegensatz schon, wodurch bereits beim Eintreffen einer Vorladung zur Polizei oder zur Staatsanwaltschaft ein fähiger und kompetenter Fachanwalt hinzuzuziehen ist. Nach einer Akteneinsicht kann man dann gemeinsam mit dem Rechtsbeistand überlegen, ob und wie man zu den Vorwürfen Stellung nimmt, oder auch nicht.

Einer Vorladung der Polizei wegen Darknet verpflichtet nicht, Folge zu leisten

Grundsätzlich sind Sie nicht verpflichtet, auf eine Vorladung der Polizei zu reagieren – weder als Beschuldigter noch als Zeuge. Es sei denn, es werden erkennungsdienstliche Maßnahmen angeordnet, wobei man auch hier unbedingt einen Anwalt konsultieren sollte. Lediglich wenn die Staatsanwaltschaft oder der Richter vorlädt, müssen Sie der Ladung nachkommen, sollten aber auch hier dringend zuvor einen Rechtsanwalt einschalten.

Es wird häufig von der Polizeibehörde darum gebeten, telefonisch bescheid zu geben, wenn man an dem Termin verhindert ist. Auch dies sollte man unterlassen, da oftmals die Beamten am Telefon dazu drängen, einen anderen Termin zu finden. Auch Drohungen sind in der Praxis bekannt, dass wenn man der Vorladung nicht folgt, sich angeblich die Staatsanwaltschaft einschalten wird. Allgemein könnten Sie auch bereits beim Telefonat dazu gedrängt werden, Äußerungen zu tätigen, die im späteren Verfahren negativ sind. Beauftragen Sie also gleich von Anbeginn einen Rechtsanwalt als Strafverteidiger, der den Termin für sie absagt und mit Ihnen auf die Akteneinsicht wartet.

Reden ist Silber! Schweigen ist Gold!

Das alte Sprichwort, nachdem Schweigen Gold ist, hat vor allem auch bei der Polizei seine Daseinsberechtigung. Während Sie als Zeuge zwar kein Aussageverweigerungsrecht haben, es sei denn Sie würden sich selbst oder einen nahen Verwandten oder Angehörigen belasten, haben Sie dieses Recht zu Schweigen als Beschuldigter sehr wohl. Machen Sie davon gebrauch!

Die Befürchtung, dass ein Schweigen bei einer späteren Gerichtsverhandlung negativ ausgelegt werden könnte, ist grundlos. Schweigen darf nicht gewertet werden, eine Aussage hingegen schon. In der Regel können Sie mit einer Aussage bei der Polizei nur Schaden anrichten. Alles was gesagt werden kann und muss, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt und dies nach Rücksprache mit einem Anwalt gesagt werden – dann, wenn man durch die Akteneinsicht auch einen Überblick über das Vorgeworfene sowie die Beweisführung hat.

Darknet-Anwalt Dr. Bauer ist der richtige Ansprechpartner!

Als „Erste Hilfe Maßnahme“ kontaktieren Sie sofort einen Fachanwalt und schweigen bis dahin vehement über die Vorwürfe. Doch auch wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ und Sie eine Aussage gemacht haben, zögern Sie nicht, einen fähigen Rechtsbeistand auf Ihre Seite zu holen, der mit Ihnen die richtige Strategie für den Prozess durchspricht. Rechtsanwalt Dr. Bauer hat sich auf Fälle rund um das Darknet spezialisiert und ist deshalb der richtige Ansprechpartner, egal was sie im „dunklen Netz“ getrieben haben.

Polizei Vorladung Darknet Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 von darknet_anwalt