Anabolika, Wachstumshormone und Dopingmittel (EPO) werden heute in den Medien in erster Linie mit dem Leistungssport für Dopingzwecke in Verbindung gebracht. Bekanntheit erlangte diese Substanz bei der flächendeckenden Verwendung im Profi Radsport, zum Beispiel bei der Tour de France sowie durch den Tod des Profi Bodbuilders Andreas  Münzer im Jahr 1996. Inzwischen sind diese Substanzen allerdings auch im Fitness- und Breitensport bei Privatpersonen und Freizeitsportlern stark verbreitet.

Auch der Handel mit Steroiden im Darknet floriert. Gefährlich ist dabei, dass die Herkunft der Substanzen und etwaige Verunreinigungen in ausländischen Labors zweifelhaft bleibt, aber auch eine Verfolgung durch Polizei und Behörden ist gerade bei großen Mengen nicht auszuschließen!

Was sind Anabolika?

Anabole Steroide, die zur Gruppe der Anabolika gehören, sind synthetische Vertreter des männlichen Sexualhormons Testosteron. Die Wirkung ist androgen (aufbauend) und gleichzeitig androgen (vermännlichende Wirkung). Bei der synthetischen Herstellung wird versucht die androgene Wirkung auf ein Minimum zu reduzieren. Die bekanntesten Mittel sind Dehydrochlormethyltestosteron, Nandrolon, Metandienon, Stanozolol, Furazabol und Metenolon.

Steroried und Anabolika aus dem Darknet

Welche gesundheitlichen Nebenwirkungen besitzen Anabolika?

Die typischen Nebenwirkungen von Anabolika sind Lebererkrankungen, chronisches Nierenversagen, Krebserkrankung, Steigerung der Aggression, Psychosen, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Akne, etc.

Ein weiteres Problem ist, das in den letzten Jahren auch der Handel mit gefälschten Anabolika zugenommen hat. Diese Produkte werden häufig mit pflanzlichen Ölen bis hin zu giftigen Substanzen gepanscht.

Inwiefern verstoßen Anabolika gegen das Betäubungsmittelgesetz?

Das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) regelt den Umgang mit einer Vielzahl von Betäubungsmitteln. Hierbei handelt sich um die Kategorisierung der verschiedenen Arten von Betäubungsmitteln  und inwieweit sie vertrieben und eingenommen werden dürfen. Weiterhin ist festgelegt, ob sie durch ärztliche Verordnung zugänglich gemacht werden dürfen. Die normalen Anabolika, Steroide und Dopingmittel fallen allerdings nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG), sondern grundsätzlich unter das Arzneimittelgesetz (AMG).

Was sagt der Gesetzgeber zur Einnahme von leistungssteigernden Substanzen und welche Gestze sind für die Einnahme von Dopingmitteln zuständig?

Da das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) beim Besitz und Vertrieb von Anabolika, Steroiden und Dopingmitteln nicht einschlägig ist stellt sich grundsätzlich ein Gesetzesübertritt nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) dar. Da diese Substanzen in erster Linie die Physiologie des menschlichen Körpers verändern sollen, handelt es sich um Wachstumspräparate nach der gesetzlichen Definition für Arzneimittel.

Ausgenommen von den gesetzlichen Regelungen des Arzneimittelgesetzes sind allerdings Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Proteinpulver die keine anabolischen oder steroiden Elemente enthalten.

Das Arzneimittelgesetz wurde aufgehoben

Allerdings ist zu erwähnen, dass im Arzneimittelgesetz der § 6a AMG am 18.12.2015 aufgehoben wurde, welcher ursprünglich für den Einsatz von leistungssteigernden Substanzen bzw. Dopingmitteln zuständig war. Seit 2015 ist daher das Gesetz gegen Doping im Sport (AntiDopG) für diesen Bereich zuständig. Die Zuständigkeit des  Arzneimittelgesetzes beschränkt sich auf die Strafvorschriften der §§ 95, 96 AMG sowie die Regelung einer Bußgeldvorschrift bei einer fahrlässigen Begehung gem. § 97 AMG. Die wichtigsten Vorschriften im Zusammenhang mit Dopingmitteln ist der § 95 Absatz 1 Nr. 1, Absatz 3 Nr. 1, 5 AMG zu nennen. Hiernach wird das Inverkehrbringen und anderen Verabreichen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet. Sollten dabei eine große Anzahl von Menschen gefährdet sein, kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren betragen. Somit richtet sich das Arzneimittelgesetz sowohl an Dealer als auch an Trainer. Eine Legaldefinition für Arzneimittel findet man im § 2 AMG.

Internationales Übereinkommen gegen Doping

Die Stoffe um die es beim Doping geht finden sich in der Anlage zum Internationalen Übereinkommen gegen Doping. Unter dieses Übereinkommen fallen auch die gängigen anabolen Steroide. Die Formulierungen und Strafandrohungen entsprechen im Wesentlichen denen des Arzneimittelgesetzes. Der Unterschied des Gesetzes gegen Doping im Sport zum Arzneimittelgesetz ergibt sich vor allem aus § 2 Absatz 3 AntiDopG, worin auch der Erwerb und der Besitz geringer Mengen zum Zwecke des Dopings bei Menschen im Sport verboten ist. Grundsätzlich ist es nach § 2 Absatz 1 AMG verboten ein Dopingmittel zum Zwecke der Leistungssteigerung von Menschen herzustellen, mit ihm Handel zu treiben, es zu veräußern, abzugeben oder in den Verkehr zu bringen sowie es zu verschreiben. Weiterhin ist es nach § 2 Absatz 3 AMG verboten das im Inernationalen Übereinkommen gegen Doping aufgeführter Stoff in einer leistungssteigernden Substanz enthalten ist oder wenn sie als Dopingmethode in dem Internationalen Übereinkommen aufgeführt ist.

§ 3 AntiDopG stellt ferner die Selbstindikation unter Strafe. Dies gilt grundsätzlich in erster Linie im Falle eines Wettbewerbs im organisierten Sport, nicht für den normalen Bodybuilder. Unter Wettbewerb des organisierten Sports ist gem. § 3 Absatz 3 AntiDopG ist jede Sportveranstaltung gemeint die von einer nationalen oder internationalen Sportorganisation in Auftrag oder mit deren Anerkennung gegeben wurde und bei der Regeln einzuhalten sind, die von einer nationalen oder internationalen Sportorganisation mit verpflichtender Wirkung für ihre Mitgliedsorganisationen verabschiedet wurden.

Eine weitere Verordnung des Gesetzes gegen Doping im Sport ist  der § 4 AntiDopG, der sich in erster Linie an Sportler richtet. Er regelt die verschiedenen Strafmaße die sich nach der gesetzeswidrigen Handlung und dem  Ausmaß dieser Handlung richten.

Welche Mengen von Dopingmitteln werden als nicht  gering eingestuft ?

Anabole Stoffe / Anabol-androgene Steroide

  • Dehydrochlormethyltestosteron – 100 mg
  • Desoxymethyltestosteron – 100 mg
  • Nandrolon – 45 mg
  • Metenolon – 150mg in parenteraler Darreichungsform und 1500mg in anderer Darreichungsform.
  • Stanozolol  –  100 mg
  • Furazabol  – 100 mg
  • Metandienon  –  100 mg
  • Methyl-1-testosteron  –  100 mg
  • Methylnortestosteron  –  100 mg
  • Methyltestosteron  –  100 mg

Endogene anabol androgene Steroide

  • Androstendiol  –  3000 mg
  • Androstendion  –  3000 mg
  • Androstanolon, synonym Dihydrotestosteron – 1500  mg
  • Testosteron in transdermaler oder oraler Darreichungsform  –  1500 mg / sonstige Darreichungsform: 632mg

Endogene anabol androgene Steroide

  • Clenbuterol  –  2,1 mg
  • Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs)  –  90 mg
  • Tibolon  –  75 mg
  • Zeranol  –  4,5 mg
  • Zilpaterol  –  4,5 mg

Was passiert beim Besitz von Anabolika?

Auch der reine Besitz von Anabolika kann strafbar sein, auch wenn nicht die Absicht der Leistungssteigerung dahinter steht. Dies ist der Fall, wenn es sich nicht wie oben beschrieben um nicht geringe Mengen handelt. Hierzu müsste mit Hilfe eines Rechtsbeistandes nachgewiesen werden, dass die Anabolika zu einem medizinischen oder persönlichen Zweck im Besitz des Beschuldigten sind.

Was passiert bei der Einnahme von Anabolika für Profi-Sportler?

Auch wenn ein Sportler behauptet, er hätte nichts von der Einnahme der leistungssteigernden Substanzen gewusst, spielt immer noch der Tatbestand des Betrugs gem. § 263 StGB eine Rolle. Dies ist durchaus denkbar, wenn Sponsoren oder beteiligte Unternehmen getäuscht wurden und der Sportler einen Vermögensvorteil erhalten hat.

Bei Problem mit Bestellung und Handel von Steroiden ist Dr. Brauer Ihr Ansprechpartner!

Herr Rechtsanwalt Dr. Matthias Brauer LL.M. ist Ihr fachkundiger und kompetenter Ansprechpartner für das Betäubungsmittelstrafrecht sowie für Fragen zum Arzneimittelgesetz. Sie werden nötigenfalls in den Bereichen Eigenbedarf, Hausdurchsuchungen oder vorläufige Festnahme von ihm betreut. Des Weiteren erörtert er Ihnen Ihre rechtlichen Möglichkeiten beim Besitz von geringen bzw. nicht geringen Mengen.

Ausschlaggebend für die gesetzliche Straffolge ist allerdings nicht nur die Menge, sondern auch um welche Substanz es sich handelt. Als Ihr fachkundiger und kompetenter Strafverteidiger entscheidet er mit Ihnen die strategische Ausrichtung Ihres Prozesses und versucht die bestmögliche Ausgangslage für Sie als Mandant zu erreichen. Wichtig ist für Ihre Verteidigung daher, frühestmöglich den Kontakt aufzunehmen, um die bestmögliche Ausgangslage für Ihren Prozess zu erreichen.

Steroide und Anabolika aus dem Darknet Zuletzt aktualisiert: 27.02.2019 von Darknet Anwalt